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Freitag, 24. Oktober 2014

Rezension zu "Martin Korte: Wie Kinder heute lernen: Was die Wissenschaft über das kindliche Gehirn weiß - Das Handbuch für den Schulerfolg"

Nicht wirklich ein Lernratgeber
Martin Korte erklärt anschaulich, wie Kinder lernen und was dabei im Gehirn genau vorgeht, zum Beispiel was im Gehirn passiert, wenn ein Gefühl der Euphorie ausgelöst wird. Als Neuro-Wissenschaftler ist er dafür prädestiniert und in dieser Hinsicht überzeugt das Buch auch. Ebenso überzeugen seine Kapitelzusammenfassungen und die Anregungen für Eltern, die er häufig am Ende von Themenbereichen macht.
Das Buch behandelt alles, was das Lernen eines Kindes beeinflusst. Von der Motivation, über die Entwicklung des kindlichen Gedächtnisses, welche Rolle Intelligenz und Wissen spielen, inwiefern emotionale Aspekte eine Rolle spielen, welche Auswirkung Stress hat und wie wichtig es ist, sich in seiner eigenen Sprache ausdrücken zu können. Ebenso befasst er sich mit Einflüssen, die wichtig für den Schulerfolg sind. Er nennt Ernährung und Bewegung, organisatorisches Vorgehen, das richtige Verhalten der Eltern insbesondere in Bezug auf Lob und Tadel, das richtige Maß an Mediennutzung und welchen Einfluss ein anderes Schulsystem auf die Kinder haben könnte. Etwas kürzer geht er auf Kinder mit Lernstörungen wie die Lese-Rechtschreib-Schwäche und auf Hochbegabte ein.
Seine Ratschläge bleiben leider oft im Allgemeinen und vieles, was er schreibt, habe ich anderswo schon gelesen, zumeist ausführlicher. Wichtige Botschaften aus dem Buch waren für mich, dass die beste Motivation fürs Lernen überhaupt die Eigenmotivation ist, das Interesse an einer Sache selbst, an Fußball, an Erdkunde, an Mode, ..., dass man sich an etwas, was man nicht richtig abgespeichert hat, auch nicht erinnern kann und das beste Lernen überhaupt das LEHREN ist.


FAZIT: Ein Buch, das sehr anschaulich und detailliert erklärt wie Kinder lernen und welche Prozesse dabei im Gehirn ablaufen. An Empfehlungen für Eltern, was man daraus schließen kann, hätte ich mir mehr konkrete Ratschläge gewünscht.
4 von 5 Sternen

Weitere Info:

Mittwoch, 15. Januar 2014

Rezension zu "David McRaney: Ich denke, also irre ich - Wie unser Gehirn uns jeden Tag täuscht"

Wer andere Bücher in dieser Richtung gelesen hat, ...

... erfährt nicht viel Neues, trotzdem hat mir das Buch gefallen.

McRaney erläutert 48 Trugschlüsse, denen unser Gehirn immer wieder unterliegt: von der selbsterfüllenden Prophezeiung über die Markentreue bis zum weniger bekannten Attributionsfehler. Der Autor schreibt verständlich und belegt den meisten Denkfehler mit einschlägigen Studien und Literatur. Gut finde ich, dass er jedem Kapitel den jeweiligen Irrglauben und die jeweilige Wahrheit voranstellt. Das gibt einen Überblick, der anderen oft Büchern fehlt.

Neu war mir zum Beispiel der Normalitätsbias, bei dem Menschen trotz Warnungen reale Gefahren wie einen Hurrikan ignorieren und sich nicht in Sicherheit bringen, in der Annahme, dass es schon nicht so schlimm werden wird. Nicht so bewusst war mir auch die Katharsis: Man hält den Ärger wach, wenn man ihn raus lässt, indem zum Beispiel man auf einen Sandsack schlägt. Studien stellten fest, dass man sich dann erst recht rächen will.

Fazit: Das Buch beschreibt gut verständlich häufige Denkfehler von uns Menschen, es fehlt mir aber ein bisschen der Humor und die sprachliche Brillanz eines Rolf Dobelli.

4 von 5 Sternen