Mittwoch, 15. Januar 2014

Rezension zu "Andreas Kieling: Ein deutscher Wandersommer - 1400 Kilometer durch unsere wilde Heimat"

Natur, Tiere und Menschen erleben entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze

Ich interessiere mich weder besonders für die Natur, Tiere oder das Wandern. Warum ich das Buch gelesen habe? Weil mich der Mensch Andreas Kieling interessiert hat. Vor Jahren habe ich im Fernsehen für meinen Sohn eine Naturdokumentation über Bären aufgezeichnet und überraschenderweise immer wieder begeistert angeschaut, solange bis die Videokassette ihren Geist aufgab. Der Filmer damals war Andreas Kieling.

Von Andreas Kieling erfährt man in diesem Buch eine Menge: Davon, dass er über 50 Jahre alt ist, in Gotha geboren wurde, eine nicht gerade einfache Jugend hatte, über die Donau nach Österreich flüchtete und dabei angeschlossen wurde, mal Förster war usw... Die Wanderung an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze erinnerte ihn an diese Vergangenheit.

Man erfährt, wie es ist, mit einem Hund eine solche Wanderung zu unternehmen. Kenntnisreich erläutert er Naturbesonderheiten wie der Rhumequelle, der 3. größten Süßwasserquelle Europas, oder erzählt vom Brocken, den wohl schon jeder berühmte deutsche Dichter bestiegen hat, und von Tieren, die in dem erwanderten Streifen leben, wie die wiederangesiedelten Luchse oder worin sich Rehe und Hirsche unterscheiden. Mir haben an dem Buch besonders seine Begegnungen mit anderen Menschen gefallen, die er sehr persönlich schildert und so manch einer dieser Menschen wie die Försterin Grit mit ihrem "zahmen" Wildschwein möchte man gerne kennenlernen.

Das Buch ist kein Wanderführer, der Ratschläge gibt, welche Routen man wählen sollte, wo man gut und günstig übernachten könnte oder welche Gasthäuser sich zum einkehren lohnen.

Fazit: Ein interessantes Buch über die Tierwelt, die Menschen und die Natur entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze aus Sicht von Andreas Kieling.


4 von 5 Sternen

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